Den ganzen Februar frei... Gerade die Masterarbeit abgegeben und damit das letzte fehlende Stück für den Master erledigt, stand ich vor der Frage: was mach ich mit 4 Wochen Urlaub! Das ganze Studium dachte ich mir, danach werde ich erstmal reisen. Aber wohin genau hatte ich mir nicht überlegt, zu weit entfernt kam mir das Ende des Studiums vor. Und zack da war's. Wie es der Zufall so will hatte meine Freundin Wibke auch frei. Zusammen beschlossen wir es soll Australien werden. Zumindest zwei Wochen bis sie wieder nach Deutschland zurück musste. Im Reisebüro buchte ich meinen Flug an das andere Ende der Welt an die Westküste Australiens nach Perth. Es war Montag - die Reise sollte am Freitag der gleichen Woche starten. Für Wibke sogar noch einen Tag vor mir. Wenig Zeit sich zu informieren was wir da eigentlich gebucht hatten. Aber wir hatten ja noch einen sehr langen Flug, um den Reiseführer zu lesen. Und so startete ich am 29. Januar vom Münchner Flughafen mit Emirates über Dubai nach Perth, wo ich Wibke treffen sollte.

Perth

Nachts um 1.30h bin ich gelandet, bis ich mein Gepäck hatte und mit dem Taxi in das Hostel in Northbridge war, zeigte die Uhr 3h an. Dort wartete Wibke auf mich. Endlich vereint, um das Abenteuer starten zu können. Aufgedreht durch die Reise und den Jetlag haben wir noch gequatscht und uns dann irgendwann gezwungen schlafen zu legen. Am nächsten Morgen haben wir uns um 11 Uhr aus dem Bett gequält. Die Zeitverschiebung war +7 Stunden zu Deutschland - sprich daheim war es noch mitten in der Nacht und das wusste unser Körper. Aber es half ja alles nichts, raus aus dem Stockbett und raus, Perth erkunden. Wibke hatte schon einen Tag die Innenstadt besichtigt, somit beschlossen wir in den Kings Park zu gehen. Das Hostel lag nur 10 Gehminuten vom Zentrum der Stadt entfernt. Wir liefen kurz durch, damit ich die Innenstadt auch gesehen hatte und dann weiter über den Elizabeth Quai zu dem Park. Es hatte "nur" 23 Grad und war sehr windig. Von wegen schönes Wetter, aber gut, um sich langsam zu akklimatisieren.

Die Aussicht auf Downtown Perth war trotz des bewölktem Himmels sehr schön. Der Aufstieg hatte sich gelohnt. Nach einem Spaziergang durch den Park beschlossen wir weiter nach Fremantle zu gehen. Eine halbe Stunde mit dem Bus sollte die Stadt liegen mit den gut erhaltenen Häusern aus der Kolonialzeit und den Fremantle Markets. Nach kleinen Schwierigkeiten die richtige Bushaltestelle zu finden (dieser Rechtsverkehr *ahhhh*) saßen wir in der richtigen Linie, in die richtige Richtung. Busfahren ist günstig, bzw. im Zentrum sogar kostenlos.

 

 

Nach dem vielen Laufen und noch einem kleinen Burger zum Abendessen sind wir zurück ins Hostel und haben tief und fest geschlafen - kein Jetlag mehr.

Da das Wetter zwar besser wurde, aber doch noch bewölkt war, beschlossen wir, nicht nach Rottnest Island mit der Fähre zu fahren (ca. 50€), sondern an einen der Strände um Perth herum zu gehen. Am Ende haben wir uns für Cottlesloe entschieden, der mit dem Zug in 20min. zu erreichen war. Wir fanden weißen Sand soweit das Auge reichte, keine Menschenseele und blaues Meer. Ein Paradies!

Wir wollten uns eine kleine Abkühlung im Wasser holen, dass man wegen der Strömung nur in einem von zwei Surfbrettern gekennzeichneten Abschnitt betreten soll. Haben wir uns auch artig dran gehalten. Innerhalb von Sekunden wurden wir von dem Sog der nächsten Welle umgerissen und einmal durchgespült. Da wir ja nur mal die Füße ins Wasser halten wollten, hatte ich meine Sonnenbrille auf, die war nach der Aktion weg - verschluckt vom Meer. Danach haben wir uns erstmal in die Sonne gelegt - Schluss mit Wasser. Trotz der vielen Warnungen von allen Seiten, dass wir die australische Sonne nicht unterschätzen sollten haben wir uns am Ende des Tages einen mega Sonnenbrand geholt. Tja Sonnenbrille weg und krebsrot :)

Adelaide

Am nächsten Tag hieß es Goodbye Perth, denn wir nahmen einen günstigen Inlandsflug nach Adelaide, etwas weiter südlicher von der Westküste. Da die Strecken in Australien sehr groß sind, hätte es zu lange gebraucht es mit dem Auto zu fahren. In Adelaide haben wir vorab eine Tour gebucht, die uns in drei Tagen die Great Ocean Road bis runter nach Melbourne führen sollte. Da Wibke und ich beide begeistert vom Highway One in Kalifornien sind, haben wir uns beide schon sehr auf die Tage auf der Küstenstraße gefreut.

Angekommen in Adelaide haben wir erstmal die Central Markets für Frühstück angesteuert. Eine große Markthalle mit allem was das Herz begehrt. Danach haben wir die Stadt mit einem der kostenlosen Fahrrädern erkundet.

 

 

 

 

 

Unserer Fahrradtour hat uns zum Botanischen Garten geführt. An dem Tag blühte dort der Titanwurz. Ein besonderes Ereignis, da dies nur alle 10 Jahre vorkommt.

Great Ocean Road

Am nächsten Morgen startete unsere Tour mit dem Veranstalter Groovey Grapes, die uns entlang der Küste bis runter nach Melbourne auf der Great Ocean Road führen sollte. In unserem Hostel lernten wir noch den Schweizer Dominik kennen, der auch an der Tour teilnahm. Unsere Tourguide Brett holte uns morgens mit dem Bus ab. Wie sich herausstellte sollten wir nur fünf Teilnehmer insgesamt sein. Unterwegs holten wir nur Philip und Magaret ab. Ein älteres Ehepaar aus England, dass seine ausgewanderte Familie in Adelaide besuchte. Und damit waren wir vollständig. Ich war etwas überrascht, dass wir nur so wenige waren. Der Bus hatte Platz für 20 Personen. Dies war meine erste Tour mit einem Reiseveranstalter und ich war gespannt. Wir hatten uns dafür entschieden, da wir kurzfristig uns für Australien entschieden hatten und keine Zeit für eine große Reiseplanung hatten mit einem eigenen Auto.

Brett führte uns raus aus Adelaide. Ziel war der Nationalpark "The Grampians". Auf dem Weg dorthin hielten wir diverse Mal an, einmal um weiße Kängurus anzuschauen oder einen pinken Salzsee, dann wieder für einen Wasserfall. So viele verschiedene Eindrücke und alles an einem Tag.

Grampians-Nationalpark

Am Abend in unserer Unterkunft im Nationalpark hatten wir einige tierische Überraschungen. Auf dem Kricketfeld des Dorfes grasten lauter Kängurus. Solange wir sie nicht beim Fressen störten, ließen sie sich fotografieren. Direkt bei unserem Bungalow flogen King Parrots Papageien und lauter Kakadus frei herum. Brett unser Tourguide hatte ein paar Körner und Toastbrot zum Füttern und die Vögel landeten auf unseren Armen.

Mit einem kleinen Spaziergang zu einem Wasserfall starteten wir Tag 2 der Great Ocean Road. Ocean hatten wir bisher zwar noch keinen gesehen, aber dass sollte sich an dem Tag ändern. Zunächst erkundeten wir eine Höhle nahe eines Vulkans. Ziemlich dunkel und ziemlich modrig. Zum Mittagessen gabs Känguru, in Form von Burger. Schmeckt wie Rind daher sehr gut :)

Twelve Apostles

Wir erreichten die Küste und staunten nicht schlecht. Die Great Ocean Road verdient ihren Namen zurecht. Sie ist wirklich großartig. Rechts die Brandung und die Klippen schlängelten wir uns Richtung die "12 Apostel" vor. Dies ist eine berühmte Felsformation im Meer. Die Kalksteinfelsen sind bis zu 60 Meter hoch. Entstanden sind sie durch die erosive Kraft des Meeres, das jährlich 2 cm der Küste abträgt. Die zwölf Apostel sind jedoch nie zwölf Felsen gewesen sondern nur neun. Und selbst die neun bestehen heute nicht mehr. Durch die Erosion stürzen die Felsen zusammen.

Loch Ard Gorge

Die Schlucht "Loch Ard Gorge" wurde nach dem Schiff Loch Ard benannt, dass am 1. Juli 1878 vor dem Ende einer dreimonatigen Schiffsfahrt von Großbritannien nach Melbourne im Nebel auf Grund lief und sank. Von 54 Passagieren und der Mannschaft überlebten nur Tom Pearce, ein Schiffsjunge, und Eva Carmichael, eine Irin, die mit ihrer Familie einwandern wollte. Beide waren 18 Jahre alt. Pearce wurde an den Strand gespült und rettete anschließend Eva Carmichael, die fünf Stunden geschwommen war, in die Schlucht gespült wurde und dort nach Hilfe rief. Pearce kletterte aus der Schlucht, um Hilfe bei den Milchbauern der Glenample Station zu suchen. Pearce wurde später für seine Rettungstat mit einer Medaille der Royal Humane Society of Victoria in Melbourne geehrt. Eva blieb noch sechs Wochen lang in Australien, bevor sie auf einem Dampfschiff in ihre Heimat zurückkehrte.

 

 

Am nächsten Tag führen wir weiter die Great Ocean Road entlang. Es bot uns das Bild, dass ich eigentlich vor der Reise erwartet hatte: Küstenstraße, Kurven, Klippen, Brandung,... Eine wunderschöne Strecke zum Fahren.

 

Als komplette Abwechlsung zu der Küste machten wir einen Spaziergang auf dem Maits Rest Rainforest Trail der Teil des Great Otway Nationalpark ist. Dieser beheimatet die Zweitgrößten Bäume der Welt und giftige Schnecken. Letzteres birgt eine geringe Gefahr, da sie nicht wirklich oft zu finden sind - zum Glück.

 

 

 

Nahe eines Campingplatzes haben wir noch Koalas entdeckt. Diese lagen ziemlich faul in den Bäumen rum und haben geschlafen.

Langsam näherten wir uns dem Ende unserer Tour und dem Anfang der Great Ocean Road. Diese sind wir wenn man so will vom Ende an den Anfang gefahren. Die Great Ocean Road wurde von 3.000 heimgekehrten Soldaten auf dem 1. Weltkrieg in Handarbeit gebaut. Insgesamt sind es 243km Strecke.

Melbourne

In Melbourne endete unsere gemeinsame Reise und wir mussten uns verabschieden. Es kam uns allen nicht vor als hätten wir nur drei Tage miteinander verbacht, sondern viel länger weil wir so viel erlebt hatten. Wirklich schade, dass es schon vorbei sein sollte.

Wibke und ich blieben noch weitere fünf Tage in der Stadt, um diese auf eigene Faust zu erkunden. Melbourne hat viel zu bieten, es ist eine sehr junge und lebendige Stadt. Viele Straßenmusiker und Straßenkünstler machen das erkunden sehr spannend. Wir nahmen an einer der Free Walking Touren teil, die uns kostenlos 3h die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zeigten und in den folgenden Tagen schauten wir uns verschiedene Stadtteile an, z.B. Fitzroy und St. Kilda. Am letzten Abend haben wir auf dem Nightmarket beim Queens Market gegessen. Ein riesen Platz voller Essensstände mit allem was das Herz begehrte.

 

Zwei Wochen Australien waren rum - viel zu schnell leider. Für Wibke ging es zurück nach Deutschland mit einem kleinen Stop in Sydney und für mich weiter nach Neuseeland! Leider ohne meine beste Reisebegleitung und partner in crime Wibs. Wir waren beide sehr traurig, dass wir nicht gemeinsam weiter zusammen reisen konnten, denn die Zeit in Australien war wunderschön.

Über mich
Über mich

Ich heiße Laura und bin 27 Jahre alt. Reisen gehört zu meiner großen Leidenschaft. Momentan mache ich einen Master in Marketing in München. Doch im kommenden Jahr werde ich wieder viele neue Ort kennenlernen, von denen ich Euch hier berichten möchte.