THANK YOU for all the great moments we spent together. I will miss you alot! Au revoir mes loulous

 02.03.2015

 

Im Herbst letzten Jahres hatte ich Annecy besichtigt und dabei vom "Carnaval Vénetien d'Annecy" erfahren. Neugierig wie ich und meine Mutter, die dieses Wochenende zu Besuch war, nun mal sind, haben wir uns auf den Weg gemacht.

In Annecy angekommen (so 1,5h von Lyon entfernt) spielte sich das Spektakel hauptsächlich im Europagarten direkt am See ab. Dort versammelten sich die unterschiedlichsten Figuren ganz im venezianischem Stil. Die Masken und Kostümen waren atemberaubend, insbesondere die Farben waren wunderschön. Mit viel Aufwand haben die Teilnehmer ihre Kostüme individuell angefertigt, um sie dieses Wochenende dem Publikum zu präsentieren. Und so spazierten wir, wie viele andere, am Ufer entlang, hielten an, um die Kostüme zu betrachten und um Fotos zu machen. So die einen oder andere Inspiration für ein Fasnachtskostüm haben wir uns mitgenommen. Der Ausflug nach Annecy hatte sich gelohnt.

Zurück in Lyon war das Kulturprogramm noch nicht zu Ende. Es hieß ab in die Oper im Theater Croix-Rousse, wo Romeo und Julia aufgeführt wurde. Ein sehr moderne Inszenierung und obwohl man den Klassiker schon oft gesehen hatte, war diese Interpretation eine neue. Besonders überrascht waren wir am Anfang, als eine Sängerin auf Deutsch begann zu singen. Der Rest war dann in english so wie es Shakespeare geschrieben hatte. Die Stimmen und insbesondere das Bühnenbild hat mich begeistert, mit tollen Effekten haben sie immer wieder Akzente gesetzt.

Auf dem Heimweg haben wir noch einen Absacker in einer Bar bei mir ums Eck getrunken. Einer der Raucher vor der Tür meinte, dass heute Abend eine Afro-Pop Gruppe spiele. Wir ließen uns überraschen und haben so viel Spaß gehabt als die Band begann zu spielen. Die Texte der Lieder ergaben absolut keinen Sinn, alles war ganz im Stil von Harry Belafonte mit seinem Banana Boat Song, ein bisschen Reggea, ein bisschen Trommeln, Texte und Stimmen zum tot lachen.

Am nächsten Morgen haben wir dann eine original Schwarzwälder Kirschtorte gemacht. Wir waren am Nachmittag bei Jean-Claude und seiner Frau Cecile eingeladen. Ich habe Jean-Claude über die LyonGreeters (http://www.lyoncitygreeter.com/) kennen gelernt. Er hat mir in vielen Stadtbesichtigungen sehr viel über Lyon erzählt und ist mittlerweile ein richtig guter Freund geworden. So brachte ich ihm ein Stückchen Schwarzwald nach Lyon. Gegen die flachen Tartes, die die Franzosen sonst so backen, war die Schwarzwälder Kirschtorte ein mächtiges Ding. Kam super an, auch wenn wir danach alle erstmal einen Schnaps gebraucht haben.

Zum Verdauen haben wir einen Spaziergang gemacht. Angefangen im "Parc de la Cerisaie" in Croix-Rousse sind wir über verschiedene Stationen bis runter an das Ufer der Saône gelaufen. Das schöne waren die unterschiedlichen Aussichten auf und über Lyon dabei. Wieder eine ganz neue Seite kennen gelernt an Lyon, obwohl ich jetzt schon ein halbes Jahr hier wohne.

 

Das War mein vergangenes Wochenende, ich hoffe Euch geht es alle gut!

 

Liebe Grüße, Laura

21.01.2015


Halli-Hallo meine Lieben!


Hoffe euch gehts allen gut, bei mir ist nach wie vor alles beim Besten in Lyon. Hab mich in meiner neuen Wohnung gut eingelebt. Das alleine wohnen hat doch auch viele Vorteile. Hab es nicht bereut aus der WG ausgezogen zu Sein. Es gibt eine weitere erfreuliche Nachricht: ich habe alle meine Klausuren aus dem ersten Semester in Lyon bestanden *puhh*.

Letztes Wochenende habe ich mit drei Freunden Grenoble erkundet. Leider war das Wetter sehr schlecht. Aber wir haben das beste drauß gemacht. Ein langes Mittagessen im Trockenen und danach noch ins Museum.

Das Highlight kam dann am Abend in dem Dorf Voiron nahe Grenoble. Wir hatten Karten für die Show "Cuisine & Confessions" von der Gruppe les 7 doigts de la main (siehe Video). Einfach der Wahnsinn-muss man gesehen haben. Die Artisten-Gruppe ist eine Abspaltung von Cirque du Soleil. Die Gruppe war Teil der Eröffnungsshows von 3 Olympischen Spielen, u.a. auch in Sochi. Mit wenig Hilfsmitteln rund um das Thema Küche begeistern sie mit ihren akrobatischen Künsten das Publikum. Eine große Überraschun war auch, als einer der Akteure am Mikrophon gefragt hat, ob jemand im Saal Spanisch spricht. Meine Freundin Florencia aus Argentinien hat gleich aufgeschrieben und fügt gleich hinzu: " Und du kommst aus Cordoba, da bin ich mir 100% sicher!" Der Darsteller war völlig perplex und kam zu uns rüber und hat mit Flor auf Spanisch diskutiert. Wie sich herausgestellt hat, hat Flor den Akzent genau richtig rausgehört. Auch der Darsteller konnte kaum glauben, dass er in der französischen Provinz jemanden aus seiner Heimatstadt trifft. Wenn Ihr mal die Chance habt eine der vielen Shows zu sehen - unbedingt machen!



09.01.2015


Frohes neues Jahr euch allen noch auf diesem Wege - bonne année 2015!


Ich bin nach zwei Wochen Ferien in der Heimat, seit dieser Woche wieder zurück in Lyon. Leider ist der 6. Januar in Frankreich kein Feiertag, deshalb gingen die Vorlesungen direkt am 5.1. los.

Nach der Völlerei über Weihnachten, war der Start in die Paukerei entsprechend quälend. Die Ferien im Schwarzwald waren einfach zu schön, essen, schlafen, Ski fahren.

Dazu Weihnachten mit der ganzen Familie und natürlich mit Leo und allen anderen Tieren. Am 2. Weihnachtsfeiertag kam dann auch der lang ersehnte Schnee - leider nicht ganz pünktlich für ein weißes Weihnachten - aber egal! Am 27.12. habe ich noch Besuch bekommen. Jessy habe ich in Lyon kennen gelernt. Sie ist aus Washington D.C. Mit Ihrem Freund Drew zusammen ist sie während den Semesterferien gereist. Ich habe so viel vom Schwarzwald geschwärmt, dass sie beschlossen haben mich ein paar Tage zu besuchen. In Freiburg habe ich sie am Bahnhof abgeholt und dann haben wir meine Geburtsstadt ein bisschen besucht. Leider hat sich die wärmste Stadt Deutschlands nicht von seiner besten Seite gezeigt. Es hat geregnet und es war so windig, dass man keinen Schirm aufspannen konnte. Super Konstellation. Aber wir sind nicht gegangen ohne eine der besten Würste auf dem Münsterplatz zu essen: das muss sein! Danach ging es weiter Richtung VS. Auf der Höhe von Kirchzarten haben die zwei mich schon gefragt, ob dass der Schwarzwald sei :-)

Am nächsten Morgen hieß es dann erstmal Schneeschippen, die zwei durften mir helfen^^ Aber nach der Arbeit kam dann das Vergnügen: es ging Langlaufen! Jessy stand das erste mal auf den Langlaufski. Dafür hat sie sich ganz gut geschlagen, wenn auch mit kleinen Gleichgewichtsproblemen dann und wann. Am Abend sind wir dann auf den Triberger Weihnachtszauber, nachdem wir schon im Eishockey-Stadion bei den Wild Wings gegen die Hamburger standen. Nur leider waren die Gegner im Stau beim gesperrten Schönbuchtunnel. Der Beginn des Spiels wurde um 2,5h verschoben-.- Wir haben noch von der halben Stunde Freibier profitiert und haben dann abgebrochen und sind nach Triberg. Es lohnt sich beim Weihnachtszauber vorbei zu schauen. Die befürchteten Menschenmassen blieben aus und die Winterlandschaft mit all den Lichter war atemberaubend.

Am nächsten Tag stand dann Villingen auf dem Plan. Mit Freude habe ich Ihnen das Städtle gezeigt. Sie waren sehr fasziniert von den Geschichten und ganz besonders interessiert an allem rund um die Fasnet - eins meiner Lieblingsthemen. Nach einem „kleinen" Stück Schwarzwälder Kirschtorte im Dammert Café sind wir weiter nach Rottweil. Da der Schönbuchtunnel immer noch gesperrt war, beschlossen wir mit dem Zug nach Stuttgart zu fahren. Dort haben sich unsere Wege dann leider schon getrennt. Die zwei sind weiter nach München, um dort Neujahr zu feiern und ich bin wieder alleine zurück in den Schwarzwald. Etwas hat mein Herz schon geblutet, München fehlt mir ein wenig und ich wäre auch gerne mit gefahren. Doch Silvester mit meinen Freunden aus der Heimat war super schön. Somit hab ich es nicht bereut nicht mitgegangen zu sein.

Am Sonntag 5.1. bin ich dann wieder zurück nach Lyon gefahren mit dem TGV von Mulhouse. Am Montag haben dann nicht nur die Vorlesungen begonnen, sondern ich bin auch umgezogen. Meine WG war super gelegen und hatte eine Wahnsinns Aussicht über ganz Lyon. Allerdings gab es auch deutliche Nachteile. Die Zimmer hatten keine Türen, sondern nur Vorhänge. Doch auf Dauer etwas nervig und hinzu kam noch ein unmöglicher Vermieter. Jetzt wohn ich in derselben Straße nur am anderen Ende und alleine in einer Ein-Zimmer-Wohnung. Und bevor die Frage kommt: ja ich habe nach wie vor Platz für Besucher und freu mich über jeden der mich besuchen kommt, den Lyon ist der HAMMER!

Am Mittwoch hatte ich noch eine Klausur in Englisch. Als wir fertig waren erreichte uns die Nachricht über den Terroranschlag auf die Redaktion Charlie Hebdo in Paris. Alle waren fassungslos und konnten es nicht glauben. Das brutale Vorgehen und das sinnlose Töten erschreckte mich. Am Abend haben sich knapp 15.000 Menschen auf dem Place Terreaux versammelt, um den Opfern zu gedenken und als stillen Protest. Am Tag danach gab es bei uns an der Uni eine Schweigeminute. Am gleichen Tag erfolgte noch eine Explosion in einer Moschee in Villefranche, nahe Lyon. Der Terror wollte kein Ende nehmen. Die Willkür von solchen Terroristen verbreitet Angst und Schrecken und ist mit nichts zu rechtfertigen, schon garnicht mit religiösem Glauben.


So meine Lieben, guten Start ins neue Jahr!

Hab euch lieb - Lora

 

08.12.2014

Fête des Lumières 2014: Was für ein unvergessliches Wochenende. Ganz Lyon wurde von grandiosen Lichtspektakeln erleuchtet. Der Ursprung dieses Lichterfestes liegt im 17. Jahrhundert, Damals hat sich die Pest in Frankreich ausgebreitet. Die Bewohner Lyons haben zu Maria gebetet, dass sie doch von der Pest verschont bleiben und sie hatten Glück. Zum Dank sollte eine riesige, goldene Marienstatue am 8. September 1752 auf die Kirche "Fouvière" gestellt werden. Bedingt durch eine Flut musste das Event allerdings verschoben werden. Ein zweiter Versuch sollte am 8. Dezember im selben Jahr stattfinden. Doch wieder sah es schlecht aus. Es regnete in Strömen. Am Abend ging dann doch noch der Himmel auf und die Marienstatue konnte ohne Regen präsentiert werden. Die Bewohner Lyon stellten spontan zum erneuten Dank an Maria an diesem Tag Kerzen auf ihre Fensterbänke. Diese Tradition wurde die kommenden Jahre beibehalten. 1989 wurde dann das Lichterfest kommerzialisiert mit 70 Lichtspektakeln in der ganzen Stadt. 1999 wurde das Fest "Fête des Lumières" getauft. Seit dem findet jedes Jahr rund um den 8. Dezember das Lichterfest in der heutigen Form statt. Knapp 4 Millionen Besucher kommen in 4 Tagen nach Lyon. Damit ist das Fête des Lumières das 4. größte Fest der Welt (gleich nach dem Oktoberfest).

Ich kann nur jedem empfehlen, der die Chance hat Lyon zu dieser Zeit zu besuchen es zu machen. Es ist der pure Wahnsinn was alles mit Licht gemacht werden kann. Einfach faszinierend und beeindruckend.

Doch auch kulinarisch hatten wir einige Highlights dieses Wochenende. Jean-Claude hat mich und meine Familie zu sich nach Hause eingeladen. Ich habe ihn über die "Lyon Greeters" (http://www.lyoncitygreeter.com/) kennen gelernt. Das sind Einheimische, die einfach Freude daran haben ihre Begeisterung von Lyon mit anderen zu teilen. Wir haben schon zwei Stadtführungen mit ihm gemacht und er und seine Frau Cecile sind mir schon richtig ans Herz gewachsen. Diesmal gabs keine Stadtführung, sondern Austern ("huîtres"), Schnecken ("escargots") und Gänsestopfleber ("foie gras"). Trotz aller bedenken muss ich sagen, hat nicht schlecht geschmeckt.

Das Wochenende ging wie im Fluge vorbei. Jetzt hab ich noch zwei Wochen Paukerei bevor die Weihnachtsferien vor der Tür stehen und ich dem Schwarzwald einen Besuch abstatte. Hoffentlich gibt es Schnee!

 

Bisous :-****

 

Beaujolais nouveau

 

 

19.11.2014

 

 Nein es ist nicht Silvester, obwohl es einen Countdown gibt, Feuerwerk, laute Musik und ganz Lyon sich auf dem Rathausplatz versammelt. Der Anlass ist weitaus bedeutender: der neue Wein ist trinkbereit! Da Wein bei den Franzosen ein fundamentaler Bestandteil des Lebens ist, wird der neue Beaujolais auch gebührend zelebriert. Mit viel peng, puff und Feuershow wurden gestern Abend die Holzfässer mit dem Lebenselixier der Franzosen auf den Place des Terreaux gerollt. Und ich natürlich mittendrin statt nur dabei. Auch wenn der Beaujolais nicht gerade ein herausragender Wein ist, allein für das ganze Drumherum hat es sich gelohnt in der Kälte zu warten - und natürlich weil es um Mitternacht eine kostenlose Weinverkostung gab. Der Kopf war dann heute Morgen, trotz aller vorangegangenen Warnungen bezüglich des neuen Weins,  doch etwas schwer. Wie praktisch, dass heute vorlesungsfrei war- die Franzosen denken eben mit ;-)

 

Bienvenue Beaujolais nouveau!

 

 

 

 

 

 

16.11.2014

 

Bonsoir à tous,

 

 

 

hatte eine Woche Herbstferien und jetzt ist schon wieder Sonntagabend und morgen heißt es wieder ab an die Uni :-(
Zeit nochmal die Woche Revue passieren zu lassen. Ich war 4 Tage in der Bretagne, Normandie und in der Region Centre, die wie der Name schon sagt, mitten in Frankreich liegt.

 

Am Freitagabend bin ich mit 50 weiteren Erasmus Studenten per Bus nach Saint Malo in der Bretagne aufgebrochen. Die Reise wurde durch die Organisation iStudent in Lyon angeboten. Über Nacht sind wir 10h bis an den anderen Zipfel von Frankreich gereist. Die Tortur hat sich gelohnt: Saint Malo ist ein malerisches Städtchen - wenn auch das Wetter um die Jahreszeit kalt, verregnet und windig ist. Wir haben den ganzen Samstag den historischen Stadtkern erkundet und sind auf den alten Stadtmauern spazieren gegangen. Wenn man die Stadt heute anschaut, kann man nicht glauben, dass Saint Malo 1944 durch die Alliierten in der Normandie zu 80% zerstört wurde. Mit viel Arbeit und alten Stadtplänen wurden die Häuser wieder originalgetreu aufgebaut. Die Bewohner sind heute sehr stolz auf Ihre Stadt und sagen auch gerne:  „Ni Français, ni Breton, Malouin suis“ (weder Franzose, noch Bretone, Einwohner von Saint-Malo bin ich).

 

Am zweiten Tag ging es per Bus nach Le Mont-Saint-Michel in der Basse-Normandie. Schon von weitem kann man das Städtchen mit seiner beeindruckenden Kirche auf der Spitze des Berges erkennen. Die Abtei gehört zum UNESO Weltkulturerbe und zieht viele Touristen an. Die gotische Kathedrale war eines der umfangreichsten, schwierigsten und kostspieligsten Bauprojekte des gesamten Mittelalters. Das Besondere ist, dass die dreistöckige Kathedrale spiralförmig um die Spitze des Berges gebaut wurde - ein Meisterwerk für die damalige Zeit, weshalb es damals auch als merveille ('Wunder') bezeichnet wurde. Nach den tollen gigantischen architektonischen Eindrücken waren wir am Abend sehr hungrig - genau der richtige Zeitpunkt, um die Spezialität der Bretagne zu probieren: Galette und Crêpe dazu Cidre. mhmmm

 

Ich dachte schon die zwei Tage könnten nicht übertroffen werden - doch ich sollte mich irren. Am Tag drei - Montag - ging es weiter Richtung Loire, um eines der beeindrucktesten Wasserschlösser anzuschauen: das Château de Chambord. Es wurde im 16. Jahrhundert als Jagdschloss durch Franz I. gebaut und sollte als Symbol der Macht von Frankreich dienen. Ein Schloss wie aus dem Bilderbuch, viele kleine Türmchen, viel Prunk und eine herrliche Aussicht. Ein adäquates zu Hause für eine Prinzessinnen (wie mich).

 

Am Dienstag besichtigten wir die Stadt Bourges, um ein weiteres UNESCO Weltkulturerbe zu sehen - die gotische Kathedrale Saint Etienne. Kaum zu glauben, wie eine so unscheinbare Stadt zu so einer Kathedrale kommt. Auch beeindruckend ist, dass die Kathedrale innerhalb nur 20 Jahren gebaut wurde (mit kleinen Unterbrechungen wegen finanzieller Engpässen).

 

Nach so viel Kultur und Eindrücken waren wir alle durstig und so beendeten wir unsere Reise mit einer Weinprobe auf dem Weingut Claude LeFond. Leicht angeschwipst ging es danach wieder zurück nach Lyon. Die Ernüchterung kam schnell. 1.5 Stunden vor Lyon gab der Reisebus den Geist auf. Wir mussten auf einen Ersatzbus warten. Allerdings meinte die Polizei, dass dies aus Sicherheitsgründen nicht im Bus ging, also durften wir alle raus in den Straßengraben. Um alles perfekt zu machen fing es dann noch an zu regnen. Naja diesen Teil der Reise blende ich mal lieber aus. Wir sind ja noch alle gut wieder in Lyon angekommen, wenn auch etwas verspätet.

 

Liebe Grüße, Laura

 

 

 

 

 

31.10.2014

 

Hallo meine lieben Freunde,

 

Schande über mich, habe fast vier Wochen nichts auf meinem Blog geschrieben. Das liegt zum einen dran, dass ich mit Gruppenarbeiten an der Uni überhäuft werde, die Zeit fressen, und zum anderen, dass ich Lyon genieße und zu faul bin zum Schreiben (=

 

Tja was ist so alles passiert im Oktober. Langsam habe ich mich richtig gut eingelebt, tolle Freunde gefunden und ich habe mir sagen lassen, mein Französisch wird auch immer besser, selber hat man ja nicht den Eindruck.

 

Mitte Oktober waren wir 3 Tage auf Landschulheim mit allen Masterstudenten (schätze mal 150-200 Studenten). Wir hatten viel Freizeit, wodurch wie die Möglichkeit hatten, sich mit vielen Leuten zu unterhalten, mit denen man sonst nicht in der gleichen Vorlesung ist. Außerdem war Fournol am Ende der Welt und es hat drei Tage durchgeregnet. Was dafür gesorgt hat, dass keiner flüchten konnte. Damit wir "gezwungen" werden sich mit Studenten zu unterhalten, die man  noch nicht kennt, wurden wir alle in 25 Gruppen eingeteilt. Aufgabe war es sich etwas zum Thema "entreprende et environment" zu überlegen, was jeder am zweiten Abend im Rahmen eines "Bunten Abends" den anderen vorstellen sollte. Meine Gruppe entschied sich einen kleinen Film zu drehen in dem es überspitzt darum ging, was man als Unternehmer alles Böse machen muss, um die Gewinne zu maximieren. Es war sehr interessant zu sehen wie verschieden die Beiträge am Ende von jeder Gruppe waren und wie verschieden die Interpretationen des Themas waren.

 

Auf dem offiziellem Programm stand der Persönlichkeitstest MBTI (Der Myers-Briggs Type Indicator). Es gibt vier Dimensionen bei diesem Test und man muss einen schriftlichen Test ausfüllen und im Anschluss eine Selbsteinschätzung abgeben, zu welchem Pol man auf jeder Dimension tendiert. Am Ende hat man 4 Buchstaben, die einem verraten was für ein "Persönlichkeitstyp" von insgesamt 16 Typen man ist. Man hat viel über sich selber nachgedacht und gelernt. Gleichzeitig war es spannend zu sehen mit welchen Persönlichkeiten man in der Gruppenarbeit zusammen ist. Insgesamt ein sehr gelungenes Seminar und ich finde es toll, dass die Uni sowas organisiert und bevor ich es vergesse zu erwähnen, das Essen war wie immer bei den Franzosen der Wahnsinn.

 

Letztes Wochenende stand ein Mädelsausflug auf dem Plan. Wir haben das schöne Städtchen Annecy angeschaut. Annecy liegt so 1.5h von Lyon aus Richtung Heimat an dem gleichnamigen See. Das Städtchen ist sehr romantisch, wenn auch sehr touristisch. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter und haben am See die Sonne genossen, ein Pick-nick gemacht und etwas die Stadt erkundet.

So heut Abend steht eine Halloween Party an, muss mich jetzt noch verkleiden. Mein Bruder würde zwar sagen, dass ich auch ohne Verkleidung als Hexe durchgehe ;-)

 

Viele Grüße an alle!

Eure Laura

 

 

01.10.2014

 

Ich kann es kaum erwarten, am Donnerstag bekomme ich den ersten Besuch in Lyon! Meine Mum, mein Brudi und meine Cousine kommen mich besuchen! Nationalfeiertag in Deutschland verbringt man halt am besten in Fronkreisch!

 

Ich freue mich schon wahnsinnig Ihnen die Schönheiten Lyons zu zeigen!

 

30.09.2014

 

Ich bin jetzt schon fast ein Monat in Lyon-wahnsinn wie schnell die Zeit verfliegt. Langsam hab ich mir auch schon die typischen französischen Manieren angewöhnt, ich esse nur noch Käse - aber den richtig kräftigen im Geschmack und ich trinke Rotwein - täglich.

 

Um unseren französischen Kommilitonen auch die deutsche Kultur etwas näher zu bringen, hat Steffi (auch eine deutsche Studentin) einen "soirée international" veranstaltet. Es gab französisches, deutsches und marokkanisches Essen. Es war einfach hervorragend. Während dem Essen haben wir natürlich fleißig über die Vorurteile gegenüber der jeweiligen anderen Nation diskutiert. Nicht alles stimmt-aber an vielem ist doch was Wahres :-)

 

Amicalement - Laura

 

 

19.09.2014

 

Coucou!

 

Die zweite Woche an der Uni in Lyon ist schon fast wieder geschafft - Zeit euch mal zu zeigen wo ich so den ganzen Tag verbringe. Die IDRAC Lyon ist im 9. Arrondissement von Lyon. Mit dem Fahrrad brauch ich so 20 Minuten dort hin. Da es keine staatliche Uni ist, sind die Studiengebühren dort sehr hoch. An den normalen Unis fallen keine Studiengebühren an. Wir Erasmus-Studenten sind allerdings von den Studiengebühren befreit. Man merkt, dass die Eltern der Studenten Geld haben, alle sind sehr business-like angezogen, man kommt sich etwas underdressed vor, wenn man keinen Blazer oder Kleidchen mit Pumps trägt.

Insgesamt sind so 40 Studenten im Master. Man kann zwischen 4 Vertiefungen wählen: Marketing, International Business, Finanzen und Management. Ich habe den Schwerpunkt Marketing gewählt, da ich in München den Master in Marketing und Sales Management mache und dafür noch die Vorlesung international Marketing mir anrechnen lassen möchte. In den Vertiefungen teilt es sich dann auf, dort sind wir dann nur noch so 10-15 Studenten.

Der Hauptstandort des Campus ist sehr modern. Manchmal haben wir auch Vorlesungen in einem anderen Gebäude, das ist allerdings etwas älter. Es fehlt eigentlich an nichts, außer an einer Kantine vielleicht. Da es leider keine gibt, muss man mittags zu einem der Supermärkte oder Bäckereien laufen und sich was holen.

 

Nächste Woche beginnen dann die normalen Vorlesungen, bisher war "nur" das warm-up. Ich bin schon gespannt :-)

Liebe Grüße, Eure Laura

 

15.09.2014

 

Das erste Wochenende in Lyon liegt hinter mir und es war fantastisch.

 

Am Samstag war ich im Park de la tête d'or. Einfach eine wunderschöne Parkanlage mitten in Lyon. Hier kann man nicht nur ausruhen, sich sonnen oder joggen gehen, sondern es gibt sogar einen kostenlosen Zoo mittendrin. Leider hat mir die Zeit gefehlt ihn zu besuchen - aber ich bin ja noch ein bisschen hier und es wird sich bestimmt noch eine Gelegenheit ergeben.

 

Am Sonntag habe ich bei einer Stadtführung mitgemacht, die mich durch die berühmten "traboules" im alten Stadtkern von Lyon "Vieux-Lyon" geführt hat. Die sogenannten Traboules sind Passagen, die zwei Straßen durch die Gebäude hindurch miteinander verbinden. In Lyon gibt es über 130 solcher Gänge. Es macht sehr viel Spaß diese zu entdecken und hinter die Fassade von fremden Häusern zu schauen.

 

Und dann war noch ein großes Spektakel am Sonntag "Le défilé" de la biennale de la danse de Lyon. Tausende von Tänzern mit tollen Choreographien haben die Stadt in ein Meer von Farben getaucht. Die Samba Rythmen und die gute Laune der Artisten ist einfach auf einen übergesprungen und man konnte nicht anders als mitzumachen. Es war einfach nur großartig!

 

Also wie Ihr seht es ist immer was geboten und lebe ich mich so peu à peu ein in Lyon :-)

 

Liebe Grüße, Eure Laura

09.09.2014

 

Bonjour mes amis!

 

Ich habs geschafft und bin tatsächlich gut in Lyon gestartet.

 

Gestern ging das Semester los. Puh ziemlich hart die ersten Tage. Mussten gleich mal einen Test mitmachen, ob wir genug Wissen haben in den von uns gewählten Schwerpunkten (bei mir Marketing). Hatten wir ausländischen Studenten natürlich nicht^^ Beziehungsweise wahrscheinlich schon, jedoch kämpfen wir alle noch etwas mit den Sprachkenntnissen. Tjaaa, jetzt dürfen wir die Woche "nachsitzen" und nehmen an Kursen teil, die uns an das Niveau anpassen sollen, dass die Uni fordert. Das Gute ist, dass mit uns noch viele weitere Franzosen da sitzen, also nicht nur die Deutschen haben's nicht geblickt :-)

 

Heute hatte ich dann auch gleich mal die erste Marketing Vorlesung en français. Ziemlich schnell hat der nette Professor geredet und auch ziemlich leise. Deshalb musste ich in die erste Reihe kurzerhand umziehen, sonst hätte ich gar nichts verstanden.

 

Zur allgemeinen Freude durften wir dann heute noch einen zwei stündigen Englisch Test absolvieren. Immerhin nach der Blamage gestern hoffe ich, dass ich darin etwas mehr geglänzt habe.

 

Mit der Bürokratie habe ich den Kampf aufgenommen, ich besitze meinen Studentenausweis, habe eine Metro Karte, so wie eine französische Sim-Karte und sogar ein Bank-Konto eröffnet. Also für die ersten zwei Tage doch schon so einiges erledigt.

 

Momentan wohne ich noch zur Zwischenmiete bei zwei Franzosen. Ab Oktober muss ich dann was für die restlichen 6 Monate hier finden, also heißt meine neue Mission: WG suchen! Ich halte euch auf dem Laufenden wie es läuft, damit ihr wisst ab wann ich Besuch empfangen kann, denn eins kann ich euch sagen: Lyon muss man erlebt haben, die Stadt hat ein wahnsinns Flair!

 

Bises Lora

 

 

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Sabine Przewolka (Sonntag, 14 September 2014 17:58)

    Super Laura! Vorwärts! Die kochen auch nur mit Wasser auch wenn es in Froonkreisch olala schmeckt! Gestern haben wir ganz feste winke-winke gemacht, als wir an Lyon auf der Rückreise von Südfrankreich vorbeigebrettert sind. Alles Liebe und Gute von den Michna-Przewolkas!

  • #2

    Sabine Przewolka + Lissy Michna (Montag, 22 September 2014 18:04)

    Achtung Verwandschaft im Anflug! Lissy kann nach Lyon mitfahren. Normalerweise fahren die Zehntklässler entweder nach Lyon oder Casablanca, jetzt dürfen wohl die Neuntklässler auch noch mit nach Lyon. Sie würde dann eine Woche von Samstag, 11. bis Sa 18.10. nach Lyon kommen und dich natürlich überhaupt nicht beim Studieren stören - da haben die dann auch Programm. Lissy ist bei einer französischen Gastfamilie untergebracht. Es ist eine Freundschaft mit dem Lycée Sainte-Marie la Grand Grange in Saint-Chamond (südwestlich von Lyon, www.ismgg.fr). Anfang/ Mitte Mai kommt dann der Gegenbesuch zu uns. Nur mal so zur Vorfreude. Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt... Liebe Grüße, Sabine

  • #3

    Sabine Przewolka (Dienstag, 09 Dezember 2014 14:52)

    Mit deinen bunten Bildern aus ganz Frankreich kann auch ein bodenständiger Schwarzwälder wenigstens im Kopf auf Reisen gehen! Weiter so!

Über mich
Über mich

Ich heiße Laura und bin 27 Jahre alt. Reisen gehört zu meiner großen Leidenschaft. Momentan mache ich einen Master in Marketing in München. Doch im kommenden Jahr werde ich wieder viele neue Ort kennenlernen, von denen ich Euch hier berichten möchte.